Autor: kinderbuchmusik

Vorlesen und fürs Leben lernen

Kinder lassen sich gerne was vorlesen. Sie werden dabei nicht nur unterhalten, sondern erfahren auch durchs Hintertürchen, wie man sich im Leben bewährt. Wir stellen drei Bücher vor, mit den Themen Selbstwertgefühl, Mitgefühl und Kreativität, die Katharina Loesche mitgebracht hat. Sie war unser Gast im Podcast-Studio und schrieb auch diesen Blog.  Katharina Loesche ist Mutter dreier Kinder und leitet eine deutsche Spielgruppe in Brisbane, Australien. Piep, Piep, Piep: Das Buch der Geräusche   “I-aaah” macht der Esel, “Klacker-di-klack” die Bauklötzchen und natürlich macht die Polizei “Tatü-Tataa”. Doch damit geht es jetzt erst richtig los: Muuh, sssst, ratatadam, autsch, peng, wauwau, schmatz! Dieses kleine, kompakte Buch sammelt Geräusche für die ganz Kleinen, die mit großer Freude kaum die nächste Seite erwarten können. Welches Geräusch macht der Frosch? Die Kuh? und Weihnachten? Endlich mal ein Kleinkindbuch mit mehr als zehn Seiten! Dieses wirklich dicke Buch haben sich alle meine Kinder immer und immer wieder gerne angesehen – und mitgemacht. Täglich haben wir die Geräusche „vorgelesen“, bis sie sehr schnell fast alle nachmachten. Ich habe es schon mehrfach verschenkt …

Irena Kobald, Kinderbuchautorin

Das Bilderbuch „Zuhause kann überall sein“ erobert die Welt im Sturm. Es ist mittlerweile in etwa zwanzig Sprachen übersetzt worden und gewann mehrere Literaturpreise, darunter das Kinderbuch des Jahres 2015 in Australien (englischer Titel: My two Blankets). Im Podcast erzählt uns die aus  Österreich stammende und heute in Australien lebende Autorin Irena Kobald, dass sie mit ihrem Buch in erster Linie zeigen will, was geschehen kann, wenn man eine fremde Sprache lernen muss. „Je mehr ich sie beherrsche, desto mehr fühle ich mich zu Hause.“   Hier geht es zum Podcast: Irena Kobald, Kinderbuchautorin     Das kleine Mädchen Wildfang musste seine Heimat verlassen und vor dem Krieg in ein fremdes Land fliehen. Alles dort scheint kalt, abweisend und vor allem fremd: die Menschen, die Sprache, das Essen und sogar der Wind. Wildfang möchte sich am liebsten nur noch in ihre geliebte Decke wickeln, die gewebt ist aus Erinnerungen und Gedanken an zuhause. Doch dann trifft sie im Park ein anderes Mädchen, das ihr nach und nach die fremde Sprache beibringt und mit ihr lacht. …

Wohin gehen die Toten?

Eine heikle Frage meines Sohnes zum Thema Tod, brachte mich als Mutter in Erklärungsnotstand. Genauer gesagt lautete seine Frage: “Mama, wenn man stirbt, was kommt danach?”. Nachdem er meine erste Antwort als nicht ausreichend ansah, versprach ich ihm, mich um mehr Informationen zu bemühen – hoffend, ein passendes Buch für Kinder zum Thema Tod zu finden. Langer Rede, kurzer Sinn: es war nicht so einfach, wie ich gedacht hatte. Erstens gab es nicht viele Bücher für Kinder zu diesem Thema. Ich hatte unterschätzt, dass es immer noch ein Tabu zu sein scheint, mit Kindern (oder generell) über den Tod zu sprechen. Zweitens mochte ich die Bücher, die ich gefunden hatte, nicht wirklich. Sie waren – aus meiner persönlichen Sicht – entweder zu einseitig für eine bestimmte religiöse Vorstellung geschrieben, oder näherten sich dem Thema “kindgerecht” in einer absurden, fast ins lächerliche gehenden Weise. Beides gefiel mir nicht. Schliesslich stiess ich auf ein Buch aus dem Moritz Verlag, das wie für mein Dilemma gemacht schien: Und was kommt dann? Das Kinderbuch vom Tod von Pernilla Stalfelt. …

Wie du mit deinem Kind philosophierst

Philosophie ist kein Privileg der grossen Denker. Auch Kinder philosophieren gerne. Es gibt eine Reihe guter Bücher, die sie dazu anregen. Zum Beispiel „Der Kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry. Er zählt zu den absoluten Klassikern und ist eines meiner Lieblingsbücher. Der Kleine Prinz   Die Geschichte des abgestürzten Piloten, der den kleinen Prinzen trifft, lässt uns in eine magische Welt eintauchen, in der das Philosophieren über Wahrheit, Werte, Freundschaft, usw. so normal ist wie Milch kaufen im Laden um die Ecke. Mich fasziniert bei dem Buch immer wieder, wie durch die Integration der Zeichnungen in den Textfluss nicht nur die Geschichte illustriert, sondern auch eine ruhige Stimmung erzeugt wird. Den kleinen Prinzen zu lesen, ist für mich literarische Meditation. Meine Kinder und ich lesen es immer wieder, und jedesmal führt es zu anregenden, „philosophischen“ Gesprächen. Umso gespannter war ich auf die Adaption von Joann Sfar, einem französischen Comic-Künstler. In diesem Buch transformiert Joann Sfar die Geschichte und kreiert eine Graphic Novel, die sich zum Großteil an die Vorlage hält und doch völlig anders ist. Die …

J.K. Rowlings Zauberwelten

Generationen von Kindern haben Harry Potter regelrecht verschlungen. Deshalb kann ich mit Zuversicht davon ausgehen, dass es wenige gibt, die die Autorin J.K.Rowling nicht kennen. Ich habe eine besondere Beziehung zu Harry Potter, weil ich mit diesen Büchern wieder Vertrauen in meine Englischfähigkeiten bekommen habe. Weniger bekannt, aber deshalb nicht weniger gut, sind die beiden Bücher, die ich heute über Harry Potters Welt vorstellen möchte. Mit ihnen macht die Autorin J.K. Rowling die Magie für die Kinder noch greifbarer. Die Märchen von Beedle dem Barden ist sozusagen das Grimm’s Märchenbuch für Zauberer-Kinder wie Harry Potter. Bereits in der Einleitung wird auf diese Verwandtschaft hingewiesen, aber mit dem Unterschied, dass hier Magie nicht dem Bösen dient, wie beim vergifteten Apfel in Schneewittchen oder beim 100-jährigen Schlaf in Dornröschen. Unsere Helden selbst sind Zauberer, die mit Magie versuchen, ihre Probleme zu lösen aber nicht immer Erfolg damit haben. Die Geschichten sind wie Märchen aufgebaut und faszinieren Kinder. Welches Kind hört oder liest nicht gerne über Zauberer und Hexen? Aber in jeder der Geschichten verstecken sich mehrere Schichten …

Lustige Bücher für kleine Leser

Ein lustiges Buch bringt nicht nur die Kinder, sondern auch die Eltern, die es ihnen vorlesen, zum Lachen. Die Auswahl für diesen Blog und Podcast stammt aus dem Bücherschatz unseres Gastes Kerstin Harms. Kerstin ist Erzieherin an der Schule Geckos in Melbourne, hat drei Kinder, und daher sehr viel mit Kinderbüchern zu tun. Die folgenden zwei Bücher sind ideal für das Kindergartenalter, sind aber auch für Kinder in den ersten Schuljahren noch lustig zu lesen. Ein Geburtstagsfest für Lieselotte von Alexander Steffensmeier. Lieselotte ist eine Kuh. Jedes Jahr aufs Neue freut sie sich während Wochen auf ihren Geburtstag. Auf dem Bauernhof, auf dem Liselotte lebt, wird der Geburtstag jedes Tieres groß gefeiert. Heute ist es soweit, heute hat Lieselotte Geburtstag. Doch irgendetwas stimmt nicht. Alle tun so, als wäre es ein ganz normaler Tag. Selbst als Lieselotte versucht, ihre Freunde mit versteckten und dann ganz direkten Hinweisen auf ihren besonderen Tag aufmerksam zu machen, wird sie ignoriert. Schließlich beschließt Lieselotte traurig, allein zu feiern. Ob ihre Freunde sie wirklich vergessen haben oder ob es noch eine …

Wer mag mich?

Teenager sein ist ein hartes Los. Besonders wenn man ständig zweifelt: an sich selbst, an seinem Platz in der Welt, seinem Aussehen oder gar seinen Freunden. Dieser Themen nimmt sich die Jugendliteratur gerne an. Jugendbücher gehören zu einem Genre, dass sich meiner Meinung nach (und wirklich nur meiner persönlichen Meinung nach) oft in einem literarischen Niemandsland bewegt. Nicht mehr Kinderbuch, aber auch noch nicht Erwachsenenbuch mit erwachsenen Themen, oft voller Weltschmerz und moralisierender Untertöne oder geprägt von trivialen Dialogen und Ereignissen. Die zwei Bücher, die wir heute vorstellen, sind da keine Ausnahme, so unterschiedlich sie auch sind, sowohl von der sprachlichen Gestaltung als auch vom Inhalt. Wunder   ist die Geschichte von August, einem Jungen, dessen Gesicht entstellt ist, der unzählige Operationen über sich ergehen lassen musste und nun, nachdem er jahrelang zu Hause unterrichtet wurde, zum ersten Mal in eine Schule kommt. Das Buch beginnt mit Augustus als Erzähler. Er beschreibt seine Erlebnisse und seine Gedanken in einer einfachen, klaren und unaufgeregten Sprache. Als Leser sind wir mit ihm mitten im Geschehen und lernen …

Janet Blume, erfolgreiche Bloggerin

Ihre Begeisterung für Kinderbücher führte Janet Blume dazu, darüber in ihrem Blog zu schreiben. Mittlerweile gehört „Kinderbuchlesen.de“ zu den Spitzenreitern unter den Kinderbücher-Blogs. Janet Blume wohnt in Berlin und ist Mutter von zwei Töchtern. Beruflich hat sie sich jahrelang im Bereich der Unternehmenskommunikation und PR- und Öffentlichkeitsarbeit bewegt, bis sie 2012 zum ersten Mal mit dem Bloggen in Kontakt gekommen ist. Eine neue Liebe war geboren.       Für ihren Blog Kinderbuchlesen.de ist ihr dieses Jahr der Orden „Carlsen-Blogger-Held“ verliehen worden. Ob Klassiker, Bestseller, Neuerscheinung oder Geheimtipp, in Janet Blumes Blog findet man Rezensionen, Vorstellungen und viele Informationen zu Bilderbüchern, Kinderbüchern, Jugendbüchern, Sachbüchern und Hörbüchern. Noch intensiver setzen wir uns (Eva Murer und Adrian Plitzco) mit Janet Blume im Podcast „Kinder-Bücher-Musik“ des multikulturellen Radiosenders SBS in Australien auseinander. Janet Blume gibt auch tolle Tipps über Klassiker und Bestseller unter den Kinderbüchern.   Hier geht es zum Podcast: Janet Blume, erfolgreiche Bloggerin  

Wilhelm Busch!? Im Ernst?

Soll man Geschichten, in denen geschlagen, geprügelt, gepeinigt, verletzt, ja gar gemordet wird, seinen Kindern zum Lesen geben? Dieser Frage gehen wir in diesem Blog und im Podcast nach, anhand von Max und Moritz und Der Eispeter von Wilhelm Busch. Neben Der Struwwelpeter von Heinrich Hoffmann, zählt Wilhelm Busch mit seinen Geschichten wie zum Beispiel Max und Moritz – Eine Bubengeschichte in sieben Streichen oder Der Eispeter zu den Klassikern der deutschen Kinderliteratur. Beide Werke erschienen erstmals in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert, doch die Entstehungsgeschichte Buschs Bildergeschichte über die Streiche der zwei Lausbuben Max und Moritz und Hoffmanns Struwwelpeter könnte nicht unterschiedlicher sein. Hoffmann schrieb den Struwwelpeter als Geschenk für seinen kleinen Sohn, für den eigenen Hausgebrauch. Erst auf Drängen seiner Freunde veröffentlichte er die Geschichten. Der Struwwelpeter war von Beginn an ein voller Erfolg. Wilhelm Busch wollte eigentlich Maler werden und finanzierte sich seine Studien durch Karikaturen und humoristische Bildergeschichten in Satirezeitschriften. Seine Werke nannte er selbst etwas geringschätzig “Schosen”. Sein zuerst erschienenes Werk “Bilderpossen” enpuppte sich als Ladenhüter und so wurde …